Abzocke Bundestagswahl-Ratgeber - Spätfolgen inklusive

Die Verbraucherzentrale Hessen hat schon vor der Bundestagswahl 2009 ausdrücklich vor der Seite www.wahlinfo2009.de gewarnt..

Wer sich dort anmeldet hatte, um sich wegen der Bundestagswahl über Parteiprogramme zu informieren, erhielt wenig später eine Rechnung über 60 Euro von Belleros Premium Media Limited.

Bekannt ist Belleros Premium Media Ltd. – mit offiziellem Unternehmenssitz in Großbritannien und Zweigniederlassung Hamburg – bereits für www.99Downloads.de. Auf www.wahlinfo2009.de sollen Besucher 36 Fragen beantworten, um eine persönliche Auswertung zu erhalten. Nach den ersten sechs Fragen erscheint eine Anmeldemaske, in der persönlichen Daten eingetragen werden müssen. Die Preisangabe der 60 Euro befindet sich laut den hessischen Verbraucherschützern im Kleingedruckten am unteren Rand der Anmeldemaske innerhalb eines Fließtextes.

Neuste Umfrageergebnisse belegen: Noch immer sind ca. 30 % der Bundesbürger unentschlossen, welcher Partei sie am Wahlsonntag ihre Stimme geben sollen. Gern werden deshalb Entscheidungshilfen, die vor allem das Internet bietet, angenommen. Die meisten Verbraucher kennen bereits seit der letzten Bundestagswahl den Wahl-O-mat unter der Internetadresse www.wahl-o-mat.de. Anhand von Thesen kann hier überprüft werden, welcher Partei man mit den persönlichen Ansichten am nächsten steht. Das Ganze ist einfach zu handhaben und vor allem – wie man es erwarten kann – kostenlos und anonym.

Nicht so jedoch das Angebot der Hamburger Belleros Premium Media Ltd., die Betreiber der Seite www.wahlinfo2009.de sind. Mit Anmeldung soll der Verbraucher für die einmalige Nutzung des Testes, bei der sich Unentschlossene anhand von 36 Fragen und der darauf folgenden Auswertung über ihre Parteipräferenz informieren können, 60 Euro zahlen. Nicht jede Leistung muss kostenlos sein, aber: Der Verbraucher muss mit Eingabe seiner persönlichen Anmeldedaten auf den ersten Blick erkennen können, dass ihm diese Leistung Geld kostet. Eine transparente Preisangabe ist auf der Einstiegsseite von „wahlinfo2009“ jedoch auch nach Auffassung der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt e.V. nicht gegeben. Lediglich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und im Kleingedruckten unter dem Anmeldebutton erfolgt der Kostenhinweis.